Spielautomaten Museum

Seit der Jahrhundertwende gibt es Geldspielautomaten mit Gewinnmöglichkeit. Hierbei gab es die unterschiedlichsten Gerätetypen! Leider kann ich hier nur einen kleinen Auszug der wunderschönen Geräte zeigen, die von unzähligen Herstellern fabriziert wurden.

Ein herzliches Dankeschön geht an die IMS (Informationgemeinschaft Münz-Spiel) die einen großen Teil der Fotos zur Verfügung gestellt hat. Die anderen Fotos stammen aus meinem Privatarchiv oder von anderen Sammlern.

In der ersten Gruppe seht Ihr Beispiele sogenannter Geschicklichkeitsautomaten. Beim "Bajazzo" muß man versuchen einen beweglichen Clown so zu steuern, daß dieser mit seinem Hütchen eine, über ein Nagelfeld herunterfallende Kugel, auffängt. Schafft man dies, erhält man wechselweise 20-30 oder 40 Pfennige ausbezahlt. Bei der "Zeppelin Schleuder" muß man eine 5 Pf-Münze mit einem Luftschiff auffangen und bekommt im Erfolgsfall eine 10 Pf-Wertmarke. Beim "Globetrotter" erhält man für einen Einsatz von 10 Pfennig fünf Versuche eine Kugel in einen Basketballkorb zu schleudern. Jeder Treffer wurde mit 20 Pfennig belohnt.

Die Kurbler

Ab Mitte der 50er Jahre kamen die Roulette-Automaten in großer Zahl auf dem Markt. Ursache war die Nutzung der neuen Freiheiten durch die Hersteller entsprechend den neuen gesetzlichen Reglungen für Geldspielautomaten von 1953. Vorgeschrieben war eine Mindestspieldauer von 15 Sekunden bei Einsatz von 10 Pfennig mit einem Höchstgewinn von 1 Mark. Die Gewinnausschüttung musste mindestens 60 Prozent aller Einsätze betragen.

Die Firma Günther Wulff aus Berlin entwickelte eine mechanische Version für das Thema Roulett mit einer Kurbel zum Spielstart. Die Ära der Kurbler begann mit dem Duomat 1956. Im Jahre 1958 erschien ebenfalls mit einer Kurbel das erste mechanische Dreischeibengerät, der Präzisa.

Wulff Jupiter-Serie

Im Jahr 1959/60 erfolgte die endgültige "Elektrifizierung" der Spielautomaten bei Wulff. Die bisherigen mechanischen Automaten von Wulff waren sehr beliebt beim Publikum, doch eine Steigerung im Spielsystem für die Zukunft war nicht mehr möglich. Die Rondolux (1955) oder Jo-Jo (1959, Nachauflage des erfolgreichen Elektromat) erreichten nicht die Serienreife. Das erste elektromechanische Erfolgsgerät war der Bingolett von 1959 mit über 13.000 Einheiten. 1960 hatte Wulff mit dem Jupiter ein elektromechanisches Gegenstück zur Rotamint-Serie von NSM auf den Markt gebracht. Der Jupiter war etwas besonderes. Er hatte keine Scheiben (wie bei NSM) sondern symbolisierte Walzen (die Walzen wurden später zum Markensymbol von Wulff). Neu war auch ein Automatenthema, der Jupiter sollte den "Planetencharakter" des Glücksterns Jupiter unterstreichen. Von der technischen Seite hatte Wulff eine neue Plattform geschaffen, die 1972 ihren Höhepunkt hatte mit über 30.000 verkauften Monarch`s.

Groschenspiel ab 19.9.1953

zehnerNur noch Groschen in den Kassen

 Am 19. September 1953 trat das neue Spielautomatenrecht in Kraft

 
Die jetzt in Kraft getretene Neuregelung des Spielautomatenrechts, die das Groschenspiel wiedereinführt, beginnt mit einer am 15. November d. J. auslaufenden Übergangsregelung. Bis zu diesem Termin müssen alle zulassungspflichtigen Spielautomaten, die staatliche Münzen als Gewinn verausgaben, mit der neuen braunen (Geldspiel)-Zulassung ausgestattet sein.

Wulff Banditen I

rotomatIm April 1953 begann die einzigartige Story der mechanischen Wulff-Banditen von der Firma Günter Wulff, Berlin und sie war bis 1961 erfolgreich, auch außerhalb von Deutschland. Der erste Bandit war der Rotomat (der Name Rotomat wurde später eine Marke von Wulff), als Antwort auf den recht erfolgreichen Rotamint der Fa. NSM (elektrisches Drei Scheiben Gerät). Bei den Geräten der Rotomat-Serie änderte sich im Laufe der Zeit nicht viel. Bis auf den Namenszug, kleinen Verbesserungen an der Mechanik und Gerätegestaltung blieb bis zum Tip-Top im Jahre 1960/65 alles beim "Alten". Die Zahlenkombination auf den Walzen und somit die Gewinnmöglichkeiten sind von Gerät zu Gerät verschieden. Alle Geräte außer Rotomat und Orion verfügen über einen Starter/Bremse für eine Walze, beim Tivoli lassen sich sogar alle drei Walzen nachstarten. Einige hatten sogar ein Freispiel (Primus). Trotz der teilweise hohen Auflagen gibt es heute nur noch recht wenige dieser schönen Geräte. Das liegt zum einen daran das Wulff selber immer wieder abgelaufene Geräte mit in die nächste Generation einarbeitete oder umbaute. Aber auch andere Firmen kauften die gebrauchten Geräte den Aufstellern ab und nutzten Sie weiter bzw. bauten die Geräte um (z.B. Wolf, Nürnberg, gegründet von ehemaligen Wulff-Mitarbeitern?). Die Wulff- Banditen im einzelnen.